Apple hat Logic Pro 11 veröffentlicht, und das größte Feature sind die Session Players. KI-gesteuerte Instrumente die direkt in der DAW mitspielen. Nicht als MIDI-Generator, nicht als Loop-Bibliothek, sondern als virtuelle Musiker die auf deine Akkorde und dein Tempo reagieren.
Session Players
Logic hatte schon länger den Drummer, eine KI-gesteuerte Drum-Spur die erstaunlich musikalisch klingt. Logic 11 erweitert das Konzept um zwei neue Instrumente:
- Bass Player: 8 verschiedene Bass-Spieler mit unterschiedlichen Stilen. Komplexität und Intensität lassen sich stufenlos regeln. Erweiterte Parameter für Slides, Mutes, Dead Notes und Pickup Hits.
- Keyboard Player: 4 verschiedene Stile, entwickelt in Zusammenarbeit mit professionellen Studio-Musikern.
Die Session Players analysieren die Akkorde in deinem Projekt und spielen dazu. Du gibst die Richtung vor (Stil, Komplexität, Intensität), den Rest macht die KI. Das klingt nach Abkürzung, aber für Songwriting und Prototyping ist es tatsächlich nützlich. Schnell eine Bass-Linie unter eine Akkordfolge legen, hören ob der Song funktioniert, und dann entscheiden ob man es so lässt oder selbst einspielt.
Stem Splitter
Auch Logic hat jetzt KI-basierte Stem-Trennung. Audio wird in vier Stems aufgeteilt: Drums, Bass, Vocals und Other. Funktioniert komplett lokal, braucht aber Apple Silicon (M1 oder neuer). Auf Intel-Macs ist das Feature nicht verfügbar.
ChromaGlow
Ein neues Saturation-Plugin mit fünf Sättigungsstilen, das klassische Studio-Hardware emuliert. Ebenfalls nur auf Apple Silicon.
Preis
Logic Pro 11 kostet 199,99 USD für Neukäufer. Wer Logic Pro schon besitzt: kostenloses Update. Auf dem iPad gibt es Logic Pro 2 als Abo für 4,99 USD/Monat.
Meine Einschätzung
Ich produziere nicht in Logic (Ableton und Bitwig sind meine DAWs), aber die Session Players sind das interessanteste KI-Feature das ich bisher in einer DAW gesehen habe. Nicht weil die KI besser spielt als ein Mensch, sondern weil sie den Workflow beschleunigt, in dem man am häufigsten feststeckt: “Ich hab Akkorde, aber keine Ahnung was der Bass machen soll.”
Der Haken: Apple Silicon only für die besten Features. Wer noch einen Intel-Mac hat, bekommt Session Players, aber keinen Stem Splitter und kein ChromaGlow. Das wird für einige Producer der Grund sein, endlich auf M-Serie umzusteigen.
Was mich als Ableton-User neidisch macht: Logic ist eine Einmalzahlung (199 USD) mit kostenlosen Updates. Ableton Suite kostet 599 Euro. Für den Preis bekommt man bei Apple eine DAW die jetzt auch noch KI-Musiker mitbringt. Die Frage “lohnt sich Logic?” wird mit Version 11 schwerer zu verneinen.