Serum 2 ist da. Steve Duda hat sein Versprechen gehalten: Wer Serum besitzt, bekommt das Update kostenlos. Und das ist kein kleines Update. Serum war bisher ein Wavetable-Synth. Serum 2 ist eine Multi-Engine mit fünf Synthese-Modi, drei Oszillatoren und einem eingebauten Arpeggiator. Das ist quasi ein neues Plugin.
Was sich geändert hat
5 Oszillator-Engines statt nur Wavetable
Jeder der jetzt drei Oszillatoren (vorher zwei) kann in fünf Modi laufen:
- Wavetable: Die bekannte Engine, jetzt mit Smooth Interpolation und neuen Warp-Typen
- Sample: Direkte Sample-Wiedergabe im Oszillator
- Multisample: Velocity-geswitchte Multisamples, direkt im Synth
- Granular: Bis zu 256 gleichzeitige Grains, einstellbare Density, Length und Window Shape
- Spectral: Spectral Resynthese mit frei zeichenbarer Filterkurve
Serum war vorher der Wavetable-Synth. Jetzt konkurriert es direkt mit Pigments, Phase Plant und Vital in Sachen Vielseitigkeit. Der Unterschied: Serum-Presets aus Version 1 laden weiterhin und klingen identisch.
Neue FX und Filter
13 Effektmodule (vorher 10), dazu 3 Splitter-Module für Mid/Side oder Frequenzband-Processing. Neue Reverb-Algorithmen (Vintage, Nitrous, Basin), ein Convolution Processor und neue analoge Filtermodelle. Die FX-Kette lässt sich jetzt per Drag-and-Drop umsortieren, und Module können unbegrenzt dupliziert werden.
Arpeggiator und Sequencer
Komplett neu. Der Arpeggiator hat bis zu 32 Steps mit Modi wie Up, Down, Random und Custom. Dazu kommt ein Clip Sequencer mit integrierter Piano Roll, bis zu 64 Steps und 16 Automations-Lanes. 12 Pattern-Slots lassen sich per MIDI abrufen.
Modulation
10 LFOs (vorher 8), 4 Envelopes, Chaos-LFOs. Modulationsquellen können jetzt andere Modulationstiefen steuern, das eröffnet komplexere Patches ohne externe Tools.
Preis
Serum 2 kostet 189 USD für Neukäufer (Einführungspreis bis Juni 2025, danach 249 USD). Über Splice Rent-to-Own: 9,99 USD/Monat. Wer Serum 1 besitzt: kostenlos. Steve Duda hatte “lifetime free updates” versprochen und hat geliefert.
Meine Einschätzung
Serum taucht in praktisch jedem meiner Projekte auf. Meistens für Leads und Bässe, manchmal für Pads. Mit den neuen Engines (besonders Granular und Spectral) wird Serum zum Allrounder, der vieles kann was ich bisher in Pigments gemacht habe. Ob es Pigments für mich ersetzt, muss ich noch testen. Aber dass ein kostenloses Upgrade so massiv ausfällt, ist in der Plugin-Welt selten.
Was ich nach den ersten Wochen gemerkt habe: Die CPU-Last ist spürbar höher als bei Serum 1, besonders bei den neuen Engines mit vielen Voices. Alte Presets laden sauber, aber wer Serum 1 an der CPU-Grenze betrieben hat, sollte seine Projekte checken.